kiss of life

der blick
17.6.2017 Innsbruck, Onomatopoesietage
Teresa Riemann und Vincent Pernollet

WIR WOLLEN DIE MASSE INSZENIEREN (die gesichtslose) UND BITTEN
SIE UM IHRE MITHILFE

[DIE FOLGEN SIND NICHT ABZUSCHÄTZEN SO WIE SIE NIEMALS ABZUSCHÄTZEN WAREN]

VINCENT verteilt Schilder ans Publikum, hängt sie ihnen um die Hälse (MATERIAL: vorbereitet, ca. 30 Schilder auf Pappkarton geklebtes Papier mit Schnur dran, 30 x BYSTANDER, 5 x GUILTY OF NOTHING, 3 x GUILTY OF DOING NOTHING;2 x THE DISEASE; 1 x I AM DISEASED)

währenddessen sollte TERESA einen Text lesen, welchen weiß sie noch nicht
>Wir wollen unsere Seelen an die Wände schmieren
wir wollen nichts halbes nichts ganzes
wollen uns ausbluten lassen, dort wo es jeder sehen kann

wollen uns zwischen der Zeit zerreiben
wollen sichtbar bleiben noch im Untergang
sichtbar sein in der Zerstörung zu uns selbst kommend
uns eigentlich in der Auflösung erst richtig begreifend

staubspuckend aus den Ruinen hervorkriechen
wissend dass es kein Zurück gibt
dass das Selbst nicht seit gestern erst in Trümmern liegt

ein Blick, ein falsches Wort, einen Moment zu lange hingesehen
mit offenen Augen, die den Kopf beim konzentrierten blicken schieflegen
wie der Tod auf deiner linken Schulter, das schwarze, von allen gemiedene Rabenkind

beliebig lässt sich alles wieder aufbauen
nur das Wissen nicht davon
dass es unzerstörbar sei
dass es gewiss sei
dass es für immer sei
dass es immer gewesen war
und so bleiben würde
dass es nötig war
dass es gut war< [TEXTAUSZUG]

Was kostet ein Herz?

Was kostet ein Herz 11
21.05.2017 Sotodo Kongress Berlin

Die Scham fällt stetig wie der
saure Regen
uns ist das völlig egal
wie uns überhaupt alles völlig gleichgültig
ist
wir nennen das die Moderne,
oder: kühner noch:
die Postmoderne
wedeln unschuldig mit den Seehundflossen
Applikationen die uns avantguardistisch
von den Ohrläppchen taumeln

Kann Kunst noch radikal sein
können Vorträge etwas bewirken
kann das Theater noch die Welt verändern

Alle diese Fragen
sprechen eine einzige Sprache

Wieso stellen sie sich nicht nackt
in ihr eigenes Schaufenster
und schreien laut
Hier gibt es nichts zu sehen


Performance by Teresa Riemann

A one woman play

Teresa Riemann is performing a one woman play, dealing with the schizophrenic dissociation a womans mind goes through during her sozialization, in order to meet the contradicting expectations that she (mind /body) is confronted with from different spectators. Be a woman or die. Don‘t be a woman, become one.
>With my red lipstick I try to draw off the attention from my unfavourable mind< Being intelligent it means failing the quest your gender asks you.

Be a body kill your mind!
You gorgious slut don't dare to think
Let me suck your dick
Loose the body loose the mind.
Let me clean your dishes
You cut out my vagina, vivisected it and displayed it in a butterflys showcase,
you know what? You can keep it.... Its all about getting fucked
I don't want it anymore. They consider me THE feminist.
I HATE YOU, for no reasons, but one: you make me feel so worthless, i am inferior.
Women are mastered, while man are unmastered.
I just need to stop to feel inferior.
Gone, body, gone.

Virgin, mother, whore, dancing till the sun rises, hating each other, killing each other, dreaming of each other, never being enough, always doing what the crowd asks them to, my mind and my body one burried in the front garden, one in the backyard, so that these to deadly threats may never unite, to let their concentrated witchcraft challenge status quo, mastered by the unmastered..


Opfer-Täter-Masken: WHERE‘S YOUR FUCKING PARTY NOW?

Berlin 2014

YOU DIRTY WHORE [Textauszug]

Ich kenn da einen, der wurde zu unrecht beschuldigt eine Frau vergewaltigt zu haben,
hat sie nur rumerzählt um ihn fertig zu machen,
ich kenn da eine, die hat sich selbst blaue Flecken zugefügt, und dann behauptet er wer’s gewesen
ich kenn da eine, die war ne scheiß verfickte Hexe,
irre schön und unnahbar,
hat immer die Typen heiß gemacht, und ist dann im letzten Moment abgezogen.
Der gehörts doch nicht anders.
Baby wie wär’s mit uns?
Baby deine Sexualität macht mir Angst
Baby, Ich will dich beherrschen.
Baby, ich will deine Eigensinnigkeit aus dir raus penetrieren.

This are not your eyes
you look at me in domination
Mit dem Willen zur Unterwerfung
schreist mich Schlampe
weil du mich nicht kaufen kannst
deine einzige Art
du füllst mich mit dir, als
ob ich es wäre, die
leer ist und nicht du
als ob Leben zerstören, Leben
schaffen könnte.
PENETRATION
oh du heilige Inquisition, wo bist du, verzeih, heilige Prostitution?

Viel gepriesen als Vermeidungsstrategie von Vergewaltigungen,
wenn du ficken willst warum
gehst du nicht ins Bordell?

Akhtamar – die 2000-jährige Oper

Kapitel 5, Stillepost from albin kern on Vimeo.

Innsbruck, 2012, Treibhaus
Rolle der Mutter der autistischen Brüder Jack und Jim
Rolle der Frau Primel

Die Oper Akhtamar ist eine begehbare Geschichte; ein urbanes Gedankenexperiment für alle die keine Angst vor zeitweiliger Instabilität haben. Wir sind alle Schrödingers entlaufene Katze!
Akthamar

Akhtamar umfasst Sieben Szenen, die an Sieben Tagen in Sieben Varianten zu erleben sein werden.

Wir leben in einer postdramatischen Stadt ohne Grenzen. Innsbruck ist Wien, Neurum ist Pradl. Das Künstlergenie wird zwischen den ständigen Umwälzungen einer tektonischen Welt zermalmt.
Die Zukunft ist keine sauber von der jeweiligen Gegenwart abgelöste Utopie; die Zukunft hat schon begonnen. Aber noch kann sie, wenn rechtzeitig erkannt, verändert werden. (Robert Jungk)

Der Inhalt dieser Oper beschäftigt sich mit dem Missverständnis als inhärentem Bestandteil jeder Kommunikation. Die Handlung spielt in der nahen Zukunft in den österreichischen Alpen.
Für zwei Wochen soll ein offenes Opernhaus im Treibhaus installiert werden.
Ein Ensemble wird dort vor Publikum proben und aufführen. Das Buch AHKTAMAR, welches 2008 von columbosnext vorgestellt wurde, stellt Handlungsanweisungen bereit. Die Wurzel des Schöpferischen liegt in der Kraft, die aus der Verzweiflung über den Weltzustand erwächst. (Konrad Liessmann)